5 Stellhebel für eine erfolgreiche Umsetzung

Eine grossartige Strategie garantiert noch lange keinen Erfolg. Im Gegenteil, die meisten Unternehmen scheitern, da es ihnen nicht gelingt, die gefassten Vorhaben erfolgreich in die Tat umzusetzen.

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Es ist allgemein bekannt, dass neben vielen anderen Faktoren eine gute Strategie die Grundvoraussetzung für erfolgreiche Vorhaben ist. Jedoch stehen Unternehmen nach dem Prozess der Strategieentwicklung vor der Herausforderung, diese in ihre spezifische Unternehmensrealität zu implementieren. Vielen Führungskräften ist nicht bewusst, dass nicht die Konzeption, sondern die Realisierung eines Projekts die eigentliche Königsdisziplin ist. Die grösste Herausforderung liegt darin, die richtige Balance zwischen Beibehaltung des entwickelten Konzeptes und der kontinuierlichen Anpassung an die spezifische Unternehmenssituation zu finden.

Während das Optimum für jede Unternehmensrealität etwas anders aussehen mag, lässt sich der Realisierungserfolg positiv beeinflussen, wenn folgende fünf Punkte beachtet werden:

  1. Die Zeit der einsamen Spitze ist endgültig vorbei: Zwar trägt das Top-Management die abschliessende Verantwortung, aber gute Entscheide werden heute im Team vorbereitet und gefällt. Erfolgreiche Manager stehen jeden Tag mit ihrem Netzwerk in Kontakt, um auf diese Weise relevante – und bereichsübergreifende – Informationen als Grundlage für ihre Entscheidungen zu sammeln. Trotzdem müssen Führungskräfte in unternehmenskritischen Situationen die volle Verantwortung übernehmen und so gewisse abschliessende Entscheidungen auch einsam treffen.
  2. Strategie- und Projektumsetzung ist und bleibt Führungsarbeit: Es muss klar geplant sein, wie die einzelnen Unternehmensbereiche und -ebenen involviert werden und wer welche Verantwortung trägt. Dazu bedarf es einer prägnanten und für alle verständlichen Formulierung der jeweiligen Ziele und Aufgaben. Beachten Sie dabei, dass motivierte Mitarbeiter den Unternehmenserfolg entscheidend beeinflussen.
  3. Weniger ist oftmals mehr und Fokussierung zahlt sich aus: Nicht alle Aufgaben sind gleich wichtig. Priorisieren sie, indem Sie von den übergeordneten Zielen ausgehen und bewerten, wie sehr die verschiedenen Aufgaben zur Zielerreichung beitragen. Schon vergleichsweise einfache Tools (z. B. Eisenhower-Matrix und Portfolio-Analyse) helfen, den Überblick im Tagesgeschäft zu bewahren. Auf diese Weise gelingt es, die zur Verfügung stehenden Ressourcen zielgerichtet einzusetzen und freie Kapazitäten zu identifizieren.
  4. Erfolgskennzahlen dienen als Tacho, nicht als Kompass: Kennzahlen führen oft zu einer starken Vereinfachung der Situation und vernachlässigen dabei häufig relevante Aspekte. Auch haben die gewählten Messwerte vielfach nur einen geringen Bezug zum eigentlichen Unternehmensziel. Um aussagekräftige Informationen zu liefern, müssen die gewählten Metriken im Zeitablauf beständig sein und wirkungsvolle unternehmensspezifische Prognosen ermöglichen. Die richtigen Metriken sind also nicht für jedes Unternehmen gleich und sollten über rein finanzielle KPIs hinausgehen.
  5. Auch der beste Plan muss fortlaufend angepasst werden: Seien Sie in der Umsetzung dynamisch. Auch der beste Plan kann die Realität nicht vollständig abbilden. Dies erfordert eine kontinuierliche Überprüfung der Zielerreichung während der Realisierung. Zwischenziele sind nicht nur Meilensteine, die es zu erreichen gilt, sondern sollten auch Anlass geben, die Fahrtrichtung zu überprüfen. Konstruktives Hinterfragen sollte Teil der Unternehmenskultur sein und nicht durch den Anspruch auf (vor)schnelle Zielerreichung unterdrückt werden.

Unsere Erfahrung zeigt, dass diese fünf Stellhebel im Unternehmensalltag oftmals zu wenig berücksichtigt werden, was massgeblich zum Scheitern von strategischen Vorhaben beiträgt. Auch wenn es im Eifer des (Alltags-)Gefechts schwierig sein mag, muss man manchmal bremsen, um anschliessend wieder Gas geben zu können.